Hier noch ein paar Ausszüge aus einem Artikel zum Thema.

(Der Artikel als Pdf: Teil 1 und Teil 2; Besten Dank für den Artikel: Familie und Erziehung)

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Wahrnehmungsentwicklung

Unser Gehirn lernt durch Wiederholungen: Was es immer wieder sieht, hört, spürt, greift und tut, prägt sich wie von selber ein. Wenn das Kind dann Verhalten produziert, greift es auf die gelernten Regeln und Muster zurück. Die Erfahrungen der Kinder geschehen heute oft über den Bildschirm und Lautsprecher. Die TV-Welt ist ein flacher Bildschirm, dessen Inhalt arm ist verglichen mit der Wirklichkeit: sie schmeckt nicht, riecht nicht, lässt sich nicht anfassen und ist zweidimensional. Spitzer sagt: "Ein Auto auf dem Bildschirm ist etwas anderes als ein richtiges Auto!". Im TV haben wir eine Bild- und Klangsoße. Oft stimmt der Ton nicht mit den Umgebungsgeräuschen überein, zudem ist das Zuordnen von Klängen zu den Gegenständen schwierig, da ein Klanggemisch aus der Boxe kommt. Aus der Säuglingsforschung weiß man, dass schon Kleinkinder erkennen, aus welcher Richtung ein Klang kommt und so lernen, was wie tönt. Der Bildschirm bringt eine Verarmung der Erfahrung, und dies schadet vor allem den Kindern in der Entwicklung, die noch wenig von der Welt kennen und wenig aus den Vorerfahrungen ergänzen können. So wissen sie nicht, wie schwer viele Gegenstände sind, wie sich z.B. Sand anfühlt oder wie einzelne Instrumente klingen. Und gerade diese frühen Erfahrungen wären so wichtig. Kleinkinder sollten die Welt mit all ihren Sinnen erfahren und erforschen.

 

Körperliche Gesundheit

Im Durchschnitt verbringen Kinder 10mal mehr Zeit vor dem Fernseher als an der frischen Luft. Dies führt zu Bewegungsmangel. Spitzer wagt anhand der wissenschaftlichen Studien zu sagen, dass der Fernseher und der Computer die wichtigsten Ursachen für Übergewicht sind und zwar dosisabhängig, d.h. je mehr Fernsehkonsum, desto mehr Gefahr für Übergewicht. Und da beginnt der Teufelskreis: wer Übergewicht hat, bewegt sich auch weniger gern. Man kann ein epidemieartiges Ausmaß an Übergewicht gepaart mit Altersdiabetes, Bluthochdruck, Blutzucker und Kreislaufproblemen bei Kindern beobachten; Krankheiten, die bisher erst im Alter in Erscheinung traten.

 

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und trotzdem nochmals der altbekannte Gewaltinhalt:

 

Gewalt und Aggressionen

Kinder in den USA haben, wenn sie in die Schule kommen, im Schnitt schon 100’000 Gewalttaten und 8’000 Morde im Fernsehen gesehen, und wenn Kinder Videogames spielen, vervielfacht sich diese Zahl. Es besteht eindeutig eine Nachahmungsgefahr, da man Verhalten aufgrund der Erfahrung produziert. Unser Hirn kann gar nicht anders, als das als Muster abzuspeichern, was es oft sieht. Es gibt Experimente, in denen Kinder einen Film zu sehen bekommen, in dem andere Kinder gewalttätig mit Puppen spielen. Nachher lässt man die Kinder in einem Raum mit den gleichen Puppen spielen. Es zeigt sich, dass diese Kinder signifikant aggressiver spielen als Kinder, die keinen Film gesehen haben. Wer Gewalt sieht, wird gewalttätig. Und Gewalt schadet insbesondere jungen Kindern, da sie noch nicht zwischen Realität und Phantasie unterscheiden können.

vom 02.07.2010

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